Manfred Reichelt – Christliche Blogger Community

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Kann man Christ sein ohne das Alte Testament?

Unter der Berufung, dass Jesus auf die Gebote und die Propheten Bezug nahm (z.B. Mt. 5,18-20), ist die Mehrzahl der Gläubigen der Ansicht, dass ein Christ das Alte Testament zu akzeptieren habe. Dessen ungeachtet mehren sich die Stimmen derer, die viele Aussagen desselben für unvereinbar mit der von Jesus gelehrten Liebe halten. Manche sind sogar der Auffassung, dass Jahwe und der Vatergott Jesu nicht identisch seien. Zudem wird die Opfertodtheologie abgelehnt.
Kann man tatsächlich unter diesen Voraussetzungen Christ sein? – Ja, warum denn nicht? Entscheidend ist doch allein, dass man wiedergeboren ist, und damit aus dem wahren Wesen des Menschen, aus dem Ewigen, lebt (Joh 3,3). Alles andere sind Erkenntnisfragen.

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Verständnis und Orientierung durch Vertiefung

In unserer schnelllebigen Zeit huschen wir von einem zum anderen, ohne etwas zu vertiefen. In einer viel extremeren Form als zur Zeit Jesu sind wir Menschen, die Augen haben, aber nichts sehen und Ohren haben, die nichts hören (Mt. 13,13). Alles haftet nur flüchtig an uns und so bleiben wir bei allem Angebot innerlich leer und können nicht entscheiden, was wesentlich und was unwesentlich ist.

Für unser christliches Leben ist das verhängnisvoll, denn es geht nichts mehr vom Kopf in das Herz! Wir bleiben deshalb unerneuert (Eph. 4,23). Alles ist nur noch ein leerer Wort- und Bilderschwall. In den sozialen Netzwerken knallen wir uns gegenseitig Bibelverse an den Kopf und sprechen dem anderen das Christsein ab.

Dieser Verwahrlosung können wir nur durch die Pflege der Stille und durch Meditation/Kontemplation abhelfen, ähnlich wie es Maria mit den ihr vom Engel zugesprochenen Worten tat: “Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“ ( Lk 2,19).Hier weiter lesen

Die Logik der Erlösung

Die Grundlage von allem

Im Februar 2014 las ich mein erstes und bisher einziges Werk des Philosophen Johann Gottlieb Fichte (*19. Mai 1762; †29. Januar 1814) mit dem Titel Die Anweisung zum seligen Leben oder auch die Religionslehre“(1806). Seine Darlegung der Lehre erscheint heute etwas umständlich und die Sprache recht antiquiert. Trotzdem lohnt es sich, seinen Gedanken, wie ich sie hier auszugsweise wiedergebe, zu folgen, da sie eindeutig belegen, dass Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit fähig ist.

Mir selbst wurde Jahre vor dieser Lektüre klar, dass das Leben an sich der Ursprung aller Dinge ist. Das Leben ist natürlich unpersönlich, hat aber die Tendenz zur Bewusstwerdung und damit zur Bildung von Bewusstseinszentren. Ein persönlicher Gott ist deshalb ein Wesen, in dem sich das Leben seiner selbst als Leben bewusst geworden ist. Er ist also erst ein Produkt des Lebens.

Nur das unpersönliche Leben ist allgegenwärtig und ewig.

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Der Sündenfall

Die menschliche Organisation

Der Mensch wird allgemein unterteilt in Geist, Seele und Leib(1.Thess. 5,23). Das ist eine recht grobe Einteilung, die wir uns etwas genauer ansehen wollen.

Der physische Leib

Der Leib ist zunächst das Physisch – Sichtbare des Menschen, also das, was auch noch eine Zeit nachdem er gestorben, als Leiche, sichtbar ist.
Dieser Leib ist aus materiellen Stoffen aufgebaut, die nach dem Tod „ihre eigenen Wege gehen.“
Solange der Mensch noch lebt sind diese physischen Stoffe anderen als den ihr innewohnenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Das macht der Vergleich zwischen einer Leiche und einem lebenden Menschen deutlich.

Der Lebensleib

Man könnte deshalb diese lebendige Kräfteorganisation„Lebensleib“ nennen.
Einen solchen Lebensleib haben auch die Pflanzen und die Tiere. Kennzeichen dieses Lebensleibes sind Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung.
Aber der Mensch ist mit diesen Tätigkeiten ja noch nicht erschöpfend beschrieben.
Ein Mensch hat auch, wie das Tier, Gefühle.Hier weiter lesen

Hat der Mensch einen freien Willen?

Noch nicht lange her, da berichtete DER SPIEGEL (5/2018) wieder einmal von einem Experiment, mit dem man dieser Frage auf die Spur kommen wollte. Dabei ist es aber überhaupt nicht nötig irgendwelche Experimente zu bemühen. Denn durch diese allein, lässt sich die Frage ohnehin nicht lösen, weil alle Probleme, die Lebewesen betreffend, lebendige Abläufe und deshalb komplex sind. Klarheit über Lebenszusammenhänge kann man deshalb nur durch die wache Beobachtung dieser durch das Leben selbst, erlangen.

Fangen wir ganz einfach an: in irgendeinem Geschäft vor den Angeboten stehend, muss ich wählen, was ich einkaufen will. Die Dinge bewegen sich nicht von allein in meinen Einkaufswagen. Also bin ich frei, aber gleichzeitig gezwungen etwas aus der Fülle zu wählen.

[…]

Prädestination?

Und nun begeben wir uns auf die religiöse Ebene. Diese können wir auch nur verstehen, wenn wir zuvor die natürliche verstanden haben. Denn auf dieser geht es nicht anders zu.

Da gibt es eine Lehre, die behauptet, Gott habe die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Verdammnis vorherbestimmt (lateinisch ausgedrückt: prädestiniert). Zum anderen sagt das Christentum, dass man nur durch Jesus Christus zum ewigen Leben kommen und demzufolge aus der „ewigen Verdammnis“ gerettet werden könne.Hier vollständig lesen

Waren Jesu Ansprüche zu hoch?

Versetzen wir uns einmal in das jüdische Leben zur Zeit Jesu. Die geistige Elite waren Pharisäer und Sadduzäer. Sie bestimmten das religiöse Leben und belehrten das einfache Volk. Sie allein waren im Besitz der heiligen Bücher (ein „Altes Testament“ gab es damals noch nicht. Erst 100 n. Chr. wurde endgültig festgelegt, was zum hebräischen Tanach gehören sollte).

Diese Welt wurde nun mit einem Menschen konfrontiert, der so ganz anders lehrte als sie (Mt. 7,29). Während sie über etwas sprachen, schien dieseraus etwas zu sprechen. Das kannte man natürlich von den Propheten. Aber zu Lebzeiten dieser wurden sie als Störenfriede der konservativen oder liberalen Buchgelehrten empfunden, weshalb man sich ihrer zu entledigen suchte (Mt. 23, 29-32). Heute jedoch hatte man Gräber für die Gerechten errichtet (Mt. 23,29) und war der Überzeugung, dass man damals anders gehandelt hätte, was aber nur eine Selbsttäuschung war (Mt. 23, 30-32).

Guten Glaubens, Botschafter des Wortes Gottes zu sein, war man eifrig bemüht, Proselyten zu machen, also Anhänger des eigenen Glaubens zu gewinnen (Mt. 23,15). Eine lohnenswerte Aufgabe, wie man sicher meinte.

Und nun kam dieser Jesus, der sich über sie und ihre Lehren erhob, und etwas lehrte, das überhaupt nicht in den heiligen Schriften (dem „Alten Testament“) stand! Wo bitte stand in diesen etwas von einem „Himmelreich“ oder einem „Reich Gottes“ ? Wo war zu lesen, dass man „von neuem geboren“ sein sollte (Jo 3,3)? Woher sollte Nikodemus das wissen? – Und doch machte ihm Jesus diese Unwissenheit zum Vorwurf (Jo 3,10)!Hier weiterlesen…

Erlöst leben

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass heute kaum noch jemand weiß – einschließlich derer, die aufrichtig Christen sein wollen- , was die Erlösung durch Jesus Christus überhaupt bedeutet.

Sie ist die Überwindung alles dessen, was der Sündenfall bewirkte: Leid, Krankheit, Tod! Sie ist die Wiederherstellung des ursprünglichen paradiesischen Zustandes auf einer höheren Stufe.

Eine höhere Stufe deshalb, weil der Mensch einst im Paradies in einem den Pflanzen vergleichbaren Bewusstseinszustand lebte, denn er konnte noch keine Emotionen empfinden, also auch nichts wie Freude, Liebe und Glück. Alles war selbstverständlich. Es gab keine Dankbarkeit.

Erst indem der Mensch durch den Sündenfall einen niederen Zustand kennenlernte, also das Leid in umfänglichem Sinne, konnten auch die positiven Emotionen entstehen und die Sehnsucht danach, nur noch in solchen aufgehen zu können. Damit war die Idee des Himmelreiches geboren (auf einer vergleichbaren weniger dramatischen Ebene, kommt ein solches Empfinden im Spruch „Erst wenn man in der Fremde ist, weiß man wie schön die Heimat ist.“ zum Ausdruck).

Natürlich lässt sich die Zeit nicht einfach zurückschrauben.

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Der Geist weht, wo er will

Vor einigen Tagen bekam ich überraschend von Amazon ein Buch zugeschickt. Es handelt sich um die neuesten „Gespräche mit Gott“ von N. D. Walsch mit dem Untertitel „Das Erwachen der Menschheit“. Der Absender meinte, es habe ihn an meine Hauptthese erinnert. Diese besteht ja, wie jeder meiner Blog-Leser wissen kann, darin, dass wir uns selbst als ewige, göttliche Wesen bewusst werden müssten, damit alle Probleme gelöst würden. Genau das verkündet auch Walsch!

Das freut mich deshalb besonders, weil es sehr frustrierend ist, immer wieder zu erleben, wie das eigene Wirken im Willen Gottes so wenig äusseren Erfolg zeigt. Da wird von uns Christen immer wieder gejammert über den schlechten Zustand der Welt und den Abfall der Kirchen vom „Wort Gottes“. Aber anstatt selbst zu erwachen, redet man immer nur gedankenlos in christlichen Stereotypen. So kann man aber weder sich selbst, noch der Welt helfen.

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Zielstrebigkeit

Wir werden ein Ziel niemals erreichen, wenn wir nicht zielstrebig auf dieses zugehen, und dabei alle Widerstände überwinden. Sich von diesem und jenem ablenken lassen, verzögert das Erreichen des Angestrebten.

Das Ziel eines Christen ist vorgegeben: Jesus Christus gleichgestaltet zu werden (Rö 8,29). Das Ziel muss von vornherein klar sein. Es dient als Ausgangspunkt der Unternehmung und nach diesem Ziel wird alles ausgerichtet. Nun habe ich bisher wenig bis überhaupt nichts dahingehend vernommen, dass ein Christ dieses Ziel überhaupt auch nur anvisierte. Eher ist es so, dass man zu hören bekommt, dass niemand IHM gleichwerden könne! Solche Leute unterlassen es also von vornherein, dieses Ziel anzustreben. Sie wollen offenbar auf Händen ins Himmelreich getragen werden…Wir erfüllen aber unsere göttliche Bestimmung nur mit dieser Vollendung. Solange diese nicht geschehen ist, bleiben wir dem Leiden unterworfen.Hier weiter lesen

Fall und Aufstieg des Menschen

Wenn wir den Sündenfall betrachten, sehen wir, dass das Praktizieren von Wertungen die Vertreibung aus dem Paradies und unsere gesamte „gefallene Welt“ mit ihrer Bosheit, ihrem Leid und dem Tod verursacht hat.

Wertungen sind ein geistiger Akt, ein Akt des Urteils. Es ist deshalb nicht gleichgültig, wer die Urteile fällt. Kinder urteilen anders als die Erwachsenen. Was Kinder als gut ansehen, zum Beispiel lieber zu spielen anstatt Schularbeiten machen, sehen Erwachsene nicht so. In gleicher Weise ist es ein großer Unterschied, ob Gott etwas beurteilt oder der Mensch aus seiner Perspektive.

Als der Mensch begann, aus seiner Sicht als Geschöpf über gut und böse zu urteilen, musste die Harmonie, in die der Mensch in die gesamte Schöpfung eingebettet war (= Paradies) verlorengehen (1. Mo 2,17). Denn das Urteil entscheidet, wie man handelt. Ein Geschöpf, das aber selbstständig urteilt, vollzieht es nicht unter dem Gesichtspunkt der Gesamtheit – nämlich, was allen gut tut – sondern unter einem egoistischen Blickwinkel. Damit kam natürlich nicht nur Chaos in die Welt, sondern als Rückwirkungen der Disharmonien auch Chaos in die eigene Seele, die sich in psychischen und somatischen Erkrankungen manifestieren, und schließlich im Tod als endgültige Unfähigkeit der Seele, die Harmonie mit dem physischen Körper aufrechtzuerhalten.

Gott straft nicht. Unser falsches Denken ist „Strafe“ – da es zerstörerisch ist.Hier weiter lesen