Category Archives for Utopios Message

Die Familie sucht man sich nicht aus

Wenn die Familienkonflikte hervorquellen und ihre ganze Dysfunktionalität im denkbar ungünstigsten Moment zum Vorschein bringen, frage ich mich manchmal, ob ich mich vielleicht versehentlich ins Set der neusten RTL II Sendung verirrt habe. An welcher Stelle bin ich nur falsch abgebogen, wollte ich doch eigentlich in einer Romantikkomödie mitspielen.

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Menschliche Suche nach dem Sinn

Die Sehnsucht nach ihr steckt tief in der menschlichen Psyche verankert. Sinnsuche beginnt allerdings nicht erst bei der Frage nach dem Letzten, Absoluten, bereits viel früher werden ihre Spuren sichtbar. Die bloße Existenz all unserer Technologie ist eine sichtbare Manifestation des Wunsches Zusammenhänge verstehen zu wollen. Etwas im Menschen eröffnet ihm ein Reich von Fragen, er will mehr wissen als ihm von Natur aus mitgegeben ist, ein Stück über den eigenen Horizont hinausgehen, ihn nach hinten schubsen und sehen was dort auf ihn wartet.

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Im Leben entfaltet sich eine kleine Zelle und entwickelt sich wechselwirkend mit seiner Umwelt

Meine Tochter geht durch diverse Entwicklungsprozesse hindurch. Ihr Leben ist nicht einfach nur, es entfaltet sich Schritt für Schritt. Jede Phase hat ihren vorbestimmten Sinn und so sehr ich ihr und mir es gerne ersparen würde, gerade Ärger und Tränen sind notwendig, um dabei ein eigenständiges Ich herauszubilden.

All diese Entwicklungsschritte waren bereits in der ersten embryonalen Stammzelle fest verankert und werden nun wie bei einer Sinfonie Akkord für Akkord genau zur rechten Zeit angestoßen. Wie eine Blume, die sich langsam aus der Knospe öffnet: Stück für Stück breiten die Blütenblätter ihre ganze bunte Pracht aus.

Und doch ist keine Entwicklung wie die andere…

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Zwischenmenschlichkeit im Zeitalter der Digitalisierung

Heute haben meine Frau und ich uns die Romantikkomödie „Em@il für dich“ aus dem Jahr 1998 angeschaut, mit Tom Hanks und Meg Ryan in der Hauptrolle. Die kleine, familiäre Buchverkäuferin begegnet im Internet dem großen, alle Konkurrenz zermalmenden Buchdiscounter.

Hauptberuflich arbeite ich gewissermaßen im Auftrag der Digitalisierung. Es gehört zu meiner täglichen Arbeit diese weiter voranzubringen. Nun frage ich mich nach diesem Film, ob die heutige Digitalisierung wohl ein weiteres Kapitel der dort skizzierten Geschichte ist. Der Buchdiscounter selbst ist schon längst von der Zeit überholt worden und ein sterbendes Relikt. Dank der Digitalisierung sind nun Großkonzerne wie Amazon, Buch per Mausklick in Taschenbuchformat oder für den Kindle, die tonansagenden Gewinner.

Dass man beim Buchkauf zwischenmenschlichen Kontakt suchen könnte, wie es einst bei der kleinen Verkäuferin im Laden um die Ecke gewesen ist, für meine Generation schon fast nicht mehr vorstellbar. Es ist ein schöner Gedanke, aber ein so fremder, dass er ohne äußeren Impuls beinahe nicht mehr von alleine in den Sinn kommt. Ich will doch nur ein Buch erwerben, wozu brauche ich hierfür zwischenmenschliche Kontakte, Rezessionen und Bewertungen kann ich mir genauso gut im Internet heraussuchen und das nicht nur von einer einfachen Verkäuferin sondern – Google sei Dank – sogar von den Topkritikern des Landes.

Es ist ironisch, dass…

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Ist unser Leben ein Schachspiel?

Für manche Menschen ist das Leben ein Schachspiel. Man hat ein paar Figuren in der eigenen Farbe und muss diese richtig auf seinem Feld platzieren. Nicht jeder Zug ist möglich, weil von gewissen Zwängen begrenzt, die Figuren mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet, andere Figuren im Weg stehen. Das Leben ist ein Wettbewerb, sich selbst optimal zu positionieren, den anderen zu schlagen.

Das fatale an dieser Lebenseinstellung besteht m.E. in seiner Blindheit für von meiner Wenigkeit unabhängigen Zielen. All mein Handeln ist ganz aus einer egozentrisch, individuellen Rationalität heraus geboren. Kollektiven Rationalitäten kann dies aber durchaus objektiv schaden.

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Das Leben kann ganz schnell zu Ende sein

Wie plötzlich kann es einen mit einem Schlag aus der Bahn werfen. Zu wenig gesorgt um die Gesundheit aber selbst mit genug Sport und ausgewogener Ernährung: Es kann jeden ganz unvorhergesehen treffen. Ein Unfall, vielleicht gar nur ein umstürzender Baum, der Mensch ist manchmal sehr widerstandsfähig und dann wieder total zerbrechlich. Keiner von uns weiß, wie viel Sand noch in seiner Sanduhr steckt, Tick Tack und schon kann es vorbei sein.

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Als gehörte ich nicht dazu…

…wandere ich durch die Fußgängerzone und beobachte die Menschen. Wie ein Meer an Ameisen sehen die Massen aus der Entfernung aus. Viele sehr unterschiedliche Menschen begegnen mir hier, jeder anders in Statur, Kleidung, Gestik. Aber aus der Distanz nur ein Sandkörnchen unter vielen. Fast schon bedeutungslos wirken sie auf diese Weise. Und irgendwo läuft einer dieser Sandkörnchen durch die Straße und wirft einen kurzen, beobachtenden Blick auf mich, sieht meine Durchschnittlichkeit und fragt sich, wohin ich gehe oder woher ich komme und welche Bedeutung ich inmitten dieser Menschenmenge habe.

 

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Mit der Bergpredigt lässt sich keine Politik machen…

Das mag vielleicht stimmen, die Ansprüche der Bergpredigt sind göttlicher Natur und die Systeme, in denen wir leben, folgen Logiken, die auf die Natur des Menschen abgestimmt sind. Die Liebe des Feindesliebenden landete bereits ein Mal am Kreuz, als Individuum kann man diese Konsequenz womöglich noch für sich persönlich ziehen, als Politiker von einem ganzen Staat aber schwerlich verlangen widerspruchslos dasselbe Schicksal zu erleiden.

Dennoch kann dies kein Argument dafür sein, die Bergpredigt reinen Gewissens bei Seite zu schieben bis man dann mal eines Tages vor der Himmelspforte steht. Diese Worte – so sehr sie unseren menschlich-weltlichen Widerspruch herausfordern – sind Wort des Gottes, an den wir als Christen glauben. Seine Aufforderung ihm und damit ihnen nachzufolgen ist nicht nur eine theoretische, die wir als solche nur in himmlischer Heiligkeit beantworten könnten und daher in hochtrabender Theologie gar von uns weisen müssen. Es ist ein Gebot, das über uns ausgesprochen wird, zum Gericht weil wir daran scheitern, aber allem Scheitern zum Trotz dennoch in vollem Ernst. „Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 5, 20)

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Christliches Menschenbild

Unsere Menschenbilder neigen zu zwei Übertreibungen, die beide dem Christen Versuchung sind und fremd bleiben müssen.

Ideologien, Philosophien und Religionen neigen gerne dazu sich entweder in allgemeine Menschenverachtung zu verlieren oder den Menschen als Götzen zum (falschen) Gott zu erheben. Beide Extreme sind uns nicht unbekannt, die Trennlinie kann dabei auch mitten durch eine Philosophie verlaufen und sogar ein Menschenherz zerschneiden.

Beiden Extremen muss das christliche Menschenbild in aller Nüchternheit und Kraft widersprechen. Der Mensch ist von Gott geliebt, Gott selbst wurde Mensch um sich mit dem Menschen zu versöhnen, aber der Mensch ist im Umkehrschluss nicht Gott oder Gott geworden.

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Was wenn die Zukunft ganz anders wird…

Wir leben in einer Zeit des stetigen Wandels und der Veränderung. Die Digitalisierung vernetzt unsere Welt und die vielen uns zur Verfügung stehenden Informationen in einem nie da gewesenen Maß, die Energiewende bringt neue Technologien hervor, Windparks und Elektroautos bestimmen unsere Zukunft.

Aber dem möchte ich ein Gedankenexperiment entgegenstellen: Was wenn all das nur das letzte Aufbäumen vor dem Ende ist. Was wenn wir es nicht schaffen? Wenn am Ende die Mahner Recht hatten, wenn wir zu langsam sind, wenn unser Erfindertum doch nicht für alles Vergängliche, z.B. Fossile ein brauchbares Substitut findet? Und eines Tages erwachen wir in einer Welt, in der all die seltenen Ressourcen, die unsere digitale Welt zum Funktionieren benötigt, aufgebraucht sind und sich auch nicht im nötigen Maß recyceln lassen, in einer Welt, in der es keine fossilen Brennstoffe mehr gibt und die klimatischen Veränderungen hunderte Millionen Menschen zu Flüchtlingen machte, worauf unsere politische Landschaft nicht mehr wiederzuerkennen ist. Der Wohlstand ist gekippt, nur noch wenigen Wohlhabenden steht nun auch im Westen eine überragende Mehrheit gegenüber, die kaum noch etwas hat. Die Ungerechtigkeit der Welt ist über unseren Köpfen explodiert und hat uns in sie mit hineingezogen, statt von uns endlich angegangen und überwunden zu werden. Der westliche Turm von Babel ist gefallen.

 

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