Mittwochsimpuls (06.12.17) Mit Trauer umgehen

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Wenn ein Angehöriger oder uns lieber Mensch verstirbt, werden wir mit vielen Fragen konfrontiert. Die Person hinterlässt eine Lücke in unserem Leben, wir vermissen sie, sie fehlt. Wie können wir das Geschehene annehmen, es quält uns die Frage nach dem „Warum“.

Wir reagieren mit Wut, Verzweiflung, Trauer, Schuldgefühlen. wir fühlen uns verlassen und leer. Diese Gefühle sind normal und gehören zum Trauerprozess, zur Verarbeitung. Wir brauchen uns für die Tränen nicht zu schämen oder sie unterdrücken. Auch in der Bibel wird viel gweint und geklagt. Ein großer Teil der Psalmen sind Klagelieder.

Doch wie kann diese Lücke wieder geschlossen werden, wie können wir akzeptieren, wie können wir wieder heil werden?

Ich denke es gibt keine allgemein gültigen Antworten. Der Schmerz ist erst einmal da. Ich möchte euch an meinen persönlichen Erfahrungen zum Thema teilhaben lassen.

Erst kürzlich jährte sich der Todestag meiner Mutter, die vor 15 Jahren verstorben ist. Sie ist schon mit 62 Jahren gestorben. Als sie starb, bin ich selbst kurz davor zum ersten Mal Mutter geworden. Da war auf der einen Seite die Freude über mein Kind, die ich so gerne mit meiner Mutter teilen wollte und auf der anderen Seite die Trauer. Da war erst einmal großer Schmerz und nicht wahrhaben wollen.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht den Glauben, wie ich ihn heute habe. Ich wusste, es gibt einen Gott, aber er schien mir weit entfernt. Ich hatte keine persönliche Beziehung zu ihm.

Erst einmal habe ich alles verdrängt, meine ganze Aufmerksamkeit widmete ich der Versorgung meiner Tochter, um mich nicht mit der Trauer befassen zu müssen. Im Nachhinein gesehen ein großer Fehler, zu einem späteren Zeitpunkt holte mich alles wieder ein. 7 Jahre ungefähr später führten mehrere Faktoren zu einer Krise. Während dieser Zeit plagten mich vor allem Ängste. Angst vor Krankheiten, Angst vor dem Tod, Angst, dass meiner Familie oder mir etwas zustoßen könnte. Dass genau diese Gedanken kamen, schließe ich daraus, dass ich die Trauer um die Mutter noch nicht verarbeitet hatte.

Genau in dieser Phase meines Lebens bin ich zum Glauben an Jesus Christus gekommen und bin von meinen Ängsten befreit worden. (Meine Geschichte mit Gott) Aber nicht nur das, in einem Prozess ist Jesus mit mir auch den Weg der Trauerbewältigung noch einmal durchgegangen.

Erst einmal habe ich ganz viel Liebe und Trost erfahren.

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Jesaja 66,13

Gott ist unser Vater, er hat jedoch auch die Eigenschaften einer Mutter. Die Lücke, die meine Mutter hinterlassen hat, hat Gott wieder geschlossen und mit seiner Liebe aufgefüllt. In seiner Gegenwart fühle ich mich geborgen und beschützt. Gott ist jederzeit für mich da, wenn ich ihn brauche. Ich fühle mich niemals alleine.

Gott hat mir auch ganz viel Dankbarkeit ins Herz gelegt.

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Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, Erlebnisse, für alles was meine Mutter mir gezeigt und beigebracht hat, für die schönen Erinnerungen.

Eine Frage, die mich lange nicht losgelassen hat, war die Frage ob meine Mutter wohl jetzt bei Gott ist, ob sie errettet war. Gespräche über den Glauben hatten wir eigentlich nie geführt und ich wusste nicht ob sie Jesus in ihr Herz aufgenommen hatte.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. Johannes 6,47

Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN.Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod. Sprüche 8,35

Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, euch, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. 1.Johannes 5,13

Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm Johannes 3,36

und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Johannes 10,28-30

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3,16

Gott hat mir auch darauf eine Antwort gegeben, als ich in der Küche meiner Mutter im Bücherregal ein Blatt Papier hängen sah wo sie Verse aus der Bibel Psalm 23 aufgeschrieben hat:

Der Herr ist mein Hirte, ich habe alles, was ich brauche. Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite

Genau der Psalm, den ich zu meiner Taufe als Leitvers bekommen habe. Für mich war das kein Zufall, es war ein Zeichen. Das gab mir einfach Gewissheit, dass ich meine  Mutter einmal wiedersehen werde, wenn ich selbst zum Vater heimkehren werde.

Meine persönliche Angst vor dem Tod hat Jesus mir genommen, durch die frohe Botschaft der Auferstehung und Vergebung. Jesus hat den Tod durch sein Sterben am Kreuz besiegt.

Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: „Verschlungen ist der Tod in Sieg.“ „Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?“ Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz.Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! 1.Korinther 15,54-57

Als Christ brauche ich keine Angst mehr vor dem Tod zu haben. Ich werde in der himmlischen Gegenwart Jesu weiterleben.

Der Tod ist eine Folge der Sünde ( Trennung von Gott), durch den Glauben an Jesus und sein Erlösungswerk bin ich wieder mit Gott versöhnt und habe ewiges Leben.

Alle Ängste mussten weichen und Gott hat mir Frieden über die Situation gegeben.

und der Friede Gottes, der allen Verstand4 übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.Philipper 4,7

Deine Ulrike

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