Markus – https://utopiosmessage.com – Christliche Blogger Community

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Seele vergesse nicht

Auf einem Gipfel balancierend liegt mir alleine das strahlende Firmament vor Augen. Sanft beugen sich die wenigen verbliebenen Grashalme unter meinen forsch voranschreitenden Füßen. Von oben erscheint der Grund winzig, fast unbedeutend. Siegessicher balle ich meine Hände zu Fäusten, strecke sie der Sonne entgegen, als gehörte es mir, mein Schicksal fest umgriffen, auf alles eine Antwort, überall einen Schritt voraus. Ich blicke herab auf sie, die Städte weit entrückt. Jedermann ist seines Glückes eigener Schmid. Der Hammer fährt vor meinen inneren Augen nieder, die reinsten Metalle zurechtrückend.

Da erfasst mich ein Windhauch, ich verlagere mein Gewicht um wenige Zentimeter nur, mein Schritt verfehlt den Wegpfad um Millimeter, ein Steinchen löst sich und fällt krachend hinab in die Tiefe, ich beginne zu rutschen, meine Balance zu verlieren, mein Herz setzt für eine Sekunde aus, genügend eine gefährliche Adrenalindosis durch meine Venen zu pusten, Panik steigt pochend empor, das fallende Steinchen dröhnt mir in den Ohren, ein silbern glitzernder Filter überdeckt meine Sicht, ich beginne zu schwanken, das Firmament dreht sich, ich drohe zu fallen…

Ein Windhauch nur.

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Das Jenseits radikal diesseitig lebend

Unser Gott ist ein ferner, für uns unerreichbarer Gott, den wir mit menschlichen Sinnen nicht erfahren, den unser Verstand nicht verstehen oder erklären kann. Er ist das Gegenüber zu unserer Welt, wie wir sie kennen, ihre Aufhebung, unsere Vernichtung im Gericht, dessen Urteil der Tod ist, und die Auferstehung von den Toten in einer neuen Menschheit, einem neuen Himmel und einer neuen Erde.

Aber unser Glaube ist kein jenseitsorientierter Glaube. Gott tangiert diese Welt nicht nur am Rande, er inkarnierte in sie und schüttete seinen Geist aus an Pfingsten. Er ward Mensch und kam in die Menschen. Der unverständliche Gott gab uns – sich offenbarend – eine Sprache, mit der wir etwas über ihn sagen können, obwohl es doch eigentlich unaussprechlich ist.

Die Bibel neigt nicht zum reinen Jenseits-Glaube. Im Gegensatz zu sonstigen Religionen gibt es kaum biblische Beschreibungen vom Himmel oder dem Totenreich, bestenfalls vereinzelte Gleichnisse. Stattdessen bunte Erzählungen der Geschichte des jüdischen Volkes mit ihrem Gott, der Wundertaten Jesu sowie die Missionsreisen seiner Apostel. Alles Geschehnisse auf der diesigen Seite der Todeslinie. Dem gegenüber setzt die Bibel das Bilderverbot als Gebot und Jesus erklärt seinen Fokus aufs Diesseits mit den Worten: „Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?“ (Joh 3)

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Introversion – Abgrenzung zur Schüchternheit

Viele merkwürdige Vorstellungen kursieren von introvertierten Personen. Zu gerne wird Introversion mit Schüchternheit oder sozialen Phobien in einen Topf geworden. Da mag es durchaus Überschneidungen geben, ein introvertierter Mensch entwickelt diese in einer extrovertierten Umgebung sicherlich häufiger, da er sich wie ein Alien fühlen muss. Gerade in der Findungsphase als junger Mensch, wenn die eigene Identität noch eine Entdeckungsreise ist und vielerlei Unsicherheiten am Wegrand lauern.

Tatsächlich aber sind Schüchternheit oder dessen extremste Form, die soziale Phobie, grundverschieden von der Introversion.

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Gott der ganz Andere, Unvergleichbare

In welcher Beziehung steht der Mensch zu Gott? Wie steht Gott zu den Menschen?

Der Mensch kann sich nichts rühmen

Sein bestes Werk ist und bleibt nichts wert vor Gott.  Vor den Menschen gibt es Gutes und Schlechtes, heroische Vorbilder, Künstler, Wissenschaftler. Vor Gott aber tritt ein Jeder nackt, ohne Anschauung der Person. So sehr die heroische Taten ein Wegweiser auf Göttliches sein können, so sehr sind sie aber auch nur Wegweiser. Vom Ziel her gedacht verbleibt eine für den Wegweiser unüberwindbare Distanz zum Ziel. Diese Distanz, so kurz vorm Ziel sie auch auftritt, verwirft alles Menschen Werk. Der Mensch wird nie Gott werden.

Daher ist jeder Mensch dem Tod und dem Gericht Gottes trotz all seiner Menschengüte ausgesetzt, der Gute und Fromme ebenso.

Verneinung Gottes ist das Normale, Greifbare… Erfahrung oder Erkenntnis Gottes bereits im Hier und Jetzt das Wunder.

Der Mensch wird gerettet…

Wann ist ein Gottesdienst ein Gottesdienst?

Seit wir eine Hausgemeinde haben treibt mich diese Frage immer wieder um. Wir passen die Art und Weise, wie wir Gottesdienst feiern, häufig der Situation entsprechend an. Mal ist sie näher an anderen Kirchen, mal tritt alles bekannte wie Predigt, Lobpreis, Bibelstudium vollkommen in den Hintergrund.

Eine pauschale Antwort auf die Frage, wann es sich um eine echte Gemeinde oder einen echtenGottesdienst handelt, habe ich noch nicht gefunden. Wie viel Liturgie braucht es, wie viel Heiliges und Frommes, um auch als Dienst an Gott zu gelten? Meine Frau ist hier oft der Ansicht, dass Gott eine gute Beziehung untereinander und eine positive Erziehung unserer Tochter mehr gefallen als wenn ER in frommen Sprüchen 50 Mal erwähnt wird.

Auf der anderen Seite…

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Sehe ich mich wirklich? Wer kennt mich?

Sehe ich mich, erblicke ich zuallererst, was ich gerne wäre oder aber das exakte Gegenteil, ein verzerrtes Spiegelbild meines wahren Selbst. In diesem Bild vermischen sich Wunsch und Realität, Fantasie und Wahrheit ineinander. Wäre ich wirklich jene Person, die ich dort sehe, müsste ich der schlimmste oder der beste Mensch sein, der diese Erde derzeit belebt. Auf jeden Fall sind Überbewertungen kennzeichnendes Merkmal meiner Selbstsicht, ob größer oder kleiner, auf jeden Fall extremer. Wie könnte es auch anders sein, bin ich doch der einzige, den ich wirklich kenne, besteht jede Faser der von mir wahrgenommenen Wirklichkeit doch in Wirklichkeit aus mir selbst, da alle Wahrnehmung von ihr in mich und meine ganze Persönlichkeit getunkt und von mir auf die mir ganz eigene Art und Weise gefärbt wird. Ich bin kein seelenloser Roboter, ich kann nur erkennen, was mir selbst entspricht.

Ich denke, also bin ich. Dieser berühmte Satz…

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Du bist unendlich wertvoll!

1. „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn“ 1. Mose 1, 27

Der Wert des Menschen kommt aus seinem göttlichen Abbild. Dem Menschen wohnt eine seiner Natur zugehörigen Würde inne, die ihren Ursprung nicht im vergänglich und austauschbaren Materiellen sondern in der Unendlichkeit Gottes hat. Es ist die christliche Überzeugung, dass Gott jedem Menschen ein Stück seiner selbst einhaucht, auf dass der Mensch an Gottes Stelle die Schöpfung verwalten und um sie sorgen, aber auch in ihr seinerseits schöpferisch wie z.B. künstlerisch tätig werde. Die Ebenbildlichkeit kann als Spiegel verstanden werden, der Mensch spiegelt Gottes anderenfalls immateriell bleibendes Wesen in die Schöpfung hinein und spiegelt in seiner Geschöpflichkeit wiederum die Schöpfung zu Gott zurück.

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Kindliche Geborgenheit

Meine Frau streicht unserer im Bett liegenden Tochter zärtlich über die Wange, hat sich neben sie gelegt. Deren Atem beruhigt sich mit jeder Berührung spürbar, die Muskeln entspannen sich, die Welt und was sie in ihr beunruhigte rücken von ihr ab bis nur noch die Sicherheit spendende Nähe zur Mutter im kleinen Geist verhaftet bleibt. In Geborgenheit gebettet kann sie alle dunklen Gedanken gehen lassen, im kindlichen Glauben an die Mutter, die alles im Griff hat und in deren Nähe nichts geschehen kann, sie rundum versorgt ist.

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Warum Fasten?

Wie kann Fasten auch nur einen Hauch Gutes bringen? Mehr ist doch immer besser, wenngleich auch mit abnehmendem Grenznutzen. Es widerspricht den Grundideen unseres abendländischen Denken und Handelns. Befreiung kann ich unmöglich durch weniger erlangen, das ließe am Ende nichts als sinnlose Leere zurück. Ist es eine heimliche Romantisierung von Armut? Sollen sich die Menschen auf der Verliererseite  mit solchen Traditionen mal 40 Tage weniger wertlos fühlen? Goldmedaillen werden gezählt, die Anzahl, ihr Wert und die Größe müssen stimmen. Dabei sein ist alles? Das hat man dem Moppelchen, der immer als letztes ins Fußballteam gewählt wurde, auch immer erzählt. Das wahre olympische Motto aber hieß schon immer: Citius, altius, fortius –  Schneller, höher, stärker. Wie soll mir dabei Fasten helfen?

Dagegen steht die Beobachtung, dass in allen großen Weltreligionen Fastenzeiten oder andere Arten der temporären oder dauerhaften Entsagung eine wichtige Rolle spielen. Im Christentum freilich in der ambivalenten Situation, dass im Evangelium keine gesetzlichen Traditionen/keine religiösen Pflichten mehr gelten. Aber dennoch hat sich auch hier eine Fastenzeit entwickelt, die auf Grund des ihr zugesprochenen Werts immer mehr auch in evangelischen Landes- und Freikirchen gelebt wird.

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Meine kleine Hausgemeinde

Was das Leben auszeichnet sind die kleinen, flüchtigen Augenblicke, die wir miteinander verwoben verbringen. Das sind nicht nur Zeiten, in denen wir nebeneinander gehen, sondern im Rückblick einander schenkten – über das bloße Beisammensein hinaus. In diesen, unserem Griff entzogenen, Erlebnissen bleibt ein Teil meiner selbst hängen, als würde er in den Moment hineingeschrieben, und ein Teil des anderen verbleibt dort ebenso, aber auch in mir, mich weiter im Leben begleitend, wenn jener vergängliche Moment schon lange im Fluss der Zeit verschwommen ist.

Die christliche Gemeinde ist prädestiniert ein Ort zu sein, der solche Begegnungen hervorruft und ihnen bewusst Raum schafft.

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