Utopios Message – Christliche Blogger Community

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Seele vergesse nicht

Auf einem Gipfel balancierend liegt mir alleine das strahlende Firmament vor Augen. Sanft beugen sich die wenigen verbliebenen Grashalme unter meinen forsch voranschreitenden Füßen. Von oben erscheint der Grund winzig, fast unbedeutend. Siegessicher balle ich meine Hände zu Fäusten, strecke sie der Sonne entgegen, als gehörte es mir, mein Schicksal fest umgriffen, auf alles eine Antwort, überall einen Schritt voraus. Ich blicke herab auf sie, die Städte weit entrückt. Jedermann ist seines Glückes eigener Schmid. Der Hammer fährt vor meinen inneren Augen nieder, die reinsten Metalle zurechtrückend.

Da erfasst mich ein Windhauch, ich verlagere mein Gewicht um wenige Zentimeter nur, mein Schritt verfehlt den Wegpfad um Millimeter, ein Steinchen löst sich und fällt krachend hinab in die Tiefe, ich beginne zu rutschen, meine Balance zu verlieren, mein Herz setzt für eine Sekunde aus, genügend eine gefährliche Adrenalindosis durch meine Venen zu pusten, Panik steigt pochend empor, das fallende Steinchen dröhnt mir in den Ohren, ein silbern glitzernder Filter überdeckt meine Sicht, ich beginne zu schwanken, das Firmament dreht sich, ich drohe zu fallen…

Ein Windhauch nur.

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Das Jenseits radikal diesseitig lebend

Unser Gott ist ein ferner, für uns unerreichbarer Gott, den wir mit menschlichen Sinnen nicht erfahren, den unser Verstand nicht verstehen oder erklären kann. Er ist das Gegenüber zu unserer Welt, wie wir sie kennen, ihre Aufhebung, unsere Vernichtung im Gericht, dessen Urteil der Tod ist, und die Auferstehung von den Toten in einer neuen Menschheit, einem neuen Himmel und einer neuen Erde.

Aber unser Glaube ist kein jenseitsorientierter Glaube. Gott tangiert diese Welt nicht nur am Rande, er inkarnierte in sie und schüttete seinen Geist aus an Pfingsten. Er ward Mensch und kam in die Menschen. Der unverständliche Gott gab uns – sich offenbarend – eine Sprache, mit der wir etwas über ihn sagen können, obwohl es doch eigentlich unaussprechlich ist.

Die Bibel neigt nicht zum reinen Jenseits-Glaube. Im Gegensatz zu sonstigen Religionen gibt es kaum biblische Beschreibungen vom Himmel oder dem Totenreich, bestenfalls vereinzelte Gleichnisse. Stattdessen bunte Erzählungen der Geschichte des jüdischen Volkes mit ihrem Gott, der Wundertaten Jesu sowie die Missionsreisen seiner Apostel. Alles Geschehnisse auf der diesigen Seite der Todeslinie. Dem gegenüber setzt die Bibel das Bilderverbot als Gebot und Jesus erklärt seinen Fokus aufs Diesseits mit den Worten: „Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?“ (Joh 3)

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Sehe ich mich wirklich? Wer kennt mich?

Sehe ich mich, erblicke ich zuallererst, was ich gerne wäre oder aber das exakte Gegenteil, ein verzerrtes Spiegelbild meines wahren Selbst. In diesem Bild vermischen sich Wunsch und Realität, Fantasie und Wahrheit ineinander. Wäre ich wirklich jene Person, die ich dort sehe, müsste ich der schlimmste oder der beste Mensch sein, der diese Erde derzeit belebt. Auf jeden Fall sind Überbewertungen kennzeichnendes Merkmal meiner Selbstsicht, ob größer oder kleiner, auf jeden Fall extremer. Wie könnte es auch anders sein, bin ich doch der einzige, den ich wirklich kenne, besteht jede Faser der von mir wahrgenommenen Wirklichkeit doch in Wirklichkeit aus mir selbst, da alle Wahrnehmung von ihr in mich und meine ganze Persönlichkeit getunkt und von mir auf die mir ganz eigene Art und Weise gefärbt wird. Ich bin kein seelenloser Roboter, ich kann nur erkennen, was mir selbst entspricht.

Ich denke, also bin ich. Dieser berühmte Satz…

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Kindliche Geborgenheit

Meine Frau streicht unserer im Bett liegenden Tochter zärtlich über die Wange, hat sich neben sie gelegt. Deren Atem beruhigt sich mit jeder Berührung spürbar, die Muskeln entspannen sich, die Welt und was sie in ihr beunruhigte rücken von ihr ab bis nur noch die Sicherheit spendende Nähe zur Mutter im kleinen Geist verhaftet bleibt. In Geborgenheit gebettet kann sie alle dunklen Gedanken gehen lassen, im kindlichen Glauben an die Mutter, die alles im Griff hat und in deren Nähe nichts geschehen kann, sie rundum versorgt ist.

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Warum Fasten?

Wie kann Fasten auch nur einen Hauch Gutes bringen? Mehr ist doch immer besser, wenngleich auch mit abnehmendem Grenznutzen. Es widerspricht den Grundideen unseres abendländischen Denken und Handelns. Befreiung kann ich unmöglich durch weniger erlangen, das ließe am Ende nichts als sinnlose Leere zurück. Ist es eine heimliche Romantisierung von Armut? Sollen sich die Menschen auf der Verliererseite  mit solchen Traditionen mal 40 Tage weniger wertlos fühlen? Goldmedaillen werden gezählt, die Anzahl, ihr Wert und die Größe müssen stimmen. Dabei sein ist alles? Das hat man dem Moppelchen, der immer als letztes ins Fußballteam gewählt wurde, auch immer erzählt. Das wahre olympische Motto aber hieß schon immer: Citius, altius, fortius –  Schneller, höher, stärker. Wie soll mir dabei Fasten helfen?

Dagegen steht die Beobachtung, dass in allen großen Weltreligionen Fastenzeiten oder andere Arten der temporären oder dauerhaften Entsagung eine wichtige Rolle spielen. Im Christentum freilich in der ambivalenten Situation, dass im Evangelium keine gesetzlichen Traditionen/keine religiösen Pflichten mehr gelten. Aber dennoch hat sich auch hier eine Fastenzeit entwickelt, die auf Grund des ihr zugesprochenen Werts immer mehr auch in evangelischen Landes- und Freikirchen gelebt wird.

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Meine kleine Hausgemeinde

Was das Leben auszeichnet sind die kleinen, flüchtigen Augenblicke, die wir miteinander verwoben verbringen. Das sind nicht nur Zeiten, in denen wir nebeneinander gehen, sondern im Rückblick einander schenkten – über das bloße Beisammensein hinaus. In diesen, unserem Griff entzogenen, Erlebnissen bleibt ein Teil meiner selbst hängen, als würde er in den Moment hineingeschrieben, und ein Teil des anderen verbleibt dort ebenso, aber auch in mir, mich weiter im Leben begleitend, wenn jener vergängliche Moment schon lange im Fluss der Zeit verschwommen ist.

Die christliche Gemeinde ist prädestiniert ein Ort zu sein, der solche Begegnungen hervorruft und ihnen bewusst Raum schafft.

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Ich wage es…

Ich wage es zu träumen, dass mich etwas wieder in meinen Grundfesten überraschen und überrumpeln kann. Wer es gewohnt ist alle Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, zu gewichten und die Verknüpfungen herzustellen wird im Lauf seines Lebens immer seltener jene Momente erleben, die gerade die Jugendzeit so berauschend machten: Ungewissheit, die ja immer auch begleitet wird von unendlich vielen, unentdeckten Möglichkeiten.

Die gute Nachricht ist. Die Mathematik bejaht meinen Traum. Ich muss nur Geduld haben und achtsam bleiben. Das Überraschende wird kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Denn selbst wenn alle meine Erfahrungen, alle Analysen, alle statistischen Auswertungen 99,999 % aller Geschehnisse abdecken können. Dann bleiben da noch jene 0,001 % übrig. Wie viel kann 0,001 % bedeuten, wenn ich ein ganzes Leben vor mir habe, wenn ich mit 8 Milliarden Menschen rechne … und einem Gott wie dem unsrigen. Ihr 0,001 %, ich warte auf euch.

 

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Gnade zeigen?

Muss ich es in Ordnung finden, dass in einer auf Leistung getrimmten Gesellschaft Fehlleitungen gnadenlos bestraft werden? Wenn aber auf der anderen Seite Gnade bedeutet, dass andere und nicht zuletzt ich selbst die Fehler ausbaden müssen.

Mir schmeckt dieser zweite Gedanke nicht, weil ich am besten weiß, wie schmal die Grenze zwischen Erfolg und Misserfolg ist.

Geht es denn anderen nicht so? Kennen sie diese Grenze nicht? Sind …

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Kontrolle über mein Leben?

Wie viel unseres Lebens haben wir tatsächlich unter Kontrolle? Genügt es nur sein bestes zu geben, ist jedermann seines eigenen Glückes Schmied? Die Realität wirft ein ernüchterndes Bild auf diese Phrasen. Zum Vorankommen genügt Talent und Leistungsbereitschaft alleine nicht. Es braucht Gönner und Förderer an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit.

Das eigene Schicksal ist abhängig von den Entscheidungen vieler anderer, oft von Menschen, mit denen man weniger als fünf Worte gesprochen hat. Dies bedingen Hierarchien, die über Kapazitäten, Aufbauorganisation und Finanzen bestimmen, aber auch…

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Ich brauche Weihnachten … mehr als nur ein Fest der Liebe

Schmerz durchzuckt meine Wirbelsäule, raubt mir die Luft zum Atmen, es wird mir Schwarz vor Augen, sirrend dröhnt es in meinen Ohren, ich stöhne laut auf, begebe mich hilflos, kontrollverloren in die Hände von Sanitätern.

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