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Made to make

Lesedauer: 5min

Du wurdest geschaffen, um selbst etwas zu schaffen

Wozu wurdest du geschaffen? Bestimmt hast du dich das schon mal gefragt. Welches Potenzial steckt in dir? Und womit solltest du deine Zeit verbringen? Lasst uns auf die Suche gehen.
Lies bitte zuerst: 1.Mose 2, 15
Hey du,
kennst du dieses Geräusch? Pflatsch! Ich werfe den Klumpen Ton auf die feuchte Drehscheibe, sodass es nach allen Seiten spritzt. Dann schaufele ich mit meinen Händen Wasser aus einer Schüssel auf den Ton und schmeiße die Scheibe an. Mit meinem rechten Fuß kann ich die Geschwindigkeit regulieren. Dann lege ich die Hände um den Ton. Noch fühlt er sich hart und rumpelig an und schlackert wild umher. Aber nicht mehr lange. Mit meinen Handballen und meinen Fingern übe ich gezielt Druck aus, ziehe den Ton nach oben und drücke ihn wieder nach unten, nehme immer wieder neu Wasser hinzu und stemme mich mit meinem ganzen, Körper gegen ihn, bis er nach und nach ganz geschmeidig ist und gar nicht mehr schlackert, sondern genau in der Mitte der Scheibe ganz ruhig seine Bahnen zieht. Dann bohre ich vorsichtig meinen Zeigefinger in die Mitte, gieße etwas Wasser in das entstandene Loch und ziehe den Zeigefinger nach außen, sodass das Loch größer wird. “Öffnen” nennt man das. Nun stauche ich das Gefäß wieder zusammen und ziehe langsam die Wände hoch, indem ich mit einer Hand außen und einer Hand innen ganz behutsam gleichmäßigen Druck ausübe und den Ton in die Höhe schiebe. Ist er gut verteilt, kann ich den Zylinder formen: Wenn ich von innen drücke, wird die Form breiter – so entsteht zum Beispiel eine Schale oder eine Tasse -, drücke ich von außen, wird sie wieder schmaler. Ich finde es jedes Mal faszinierend, zu sehen, wie unter meinen Händen etwas entsteht, aus dem man später heißen Kakao trinken oder Suppe schlürfen kann – das ist fast wie zaubern. Ein Gefäß, dem ich seine Form gegeben habe. Wenn es dann fertig glasiert und gebrannt ist aus dem Ofen kommt, sitze ich oft stundenlang einfach da, halte es in meinen Händen und streiche darüber. Es gibt kaum etwas Schöneres.

Wie der Vater, so das Kind 
In der Bibel wird Gott mehrfach als der Töpfer beschrieben, der seine Menschen wie zarte Tongefäße formt. Irgendwie mag ich dieses Bild und immer, wenn ich selbst töpfere, ist mir dieses Bild von Gott sehr nah. Ich stelle ihn mir vor, wie er behutsam seine Hände um mich gelegt und mich geformt hat, als ich noch im Bauch meiner Mutter war. Und auch jetzt, habe ich manchmal das Gefühl, dass er seine Hände ganz zart um mich legt und der Form nachspürt, die er mir gegeben hat. Meinen Ecken und Kanten, meinem widerspenstigen Wesen, meinem wilden Herz, aber auch meiner Verletzlichkeit. Und wenn ich an der Drehscheibe sitze, habe ich das Gefühl, da ist so ein verschwörerisches Zwinkern zwischen uns, weil er sich freut, dass ich mit diesen Händen, die er mir gegeben hat, selbst Dinge erschaffe. Wi…

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